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'Wir für immer' Leserchallenge

30. Juni 2017
Hallo meine Lieben 💕

Die Leserchallenge von Emma Wagner
'Wir für immer'
beginnt!

Seid dabei 😊
Einfach auf das große Bild am Ende klicken und schon könnt ihr eure Beitrittsanfrage stellen.

Was erwartet euch?
Emma hat sich zusammen mit Mainwunder sicher einiges einfallen lassen, um uns auf Trab zu halten. Was genau? Ich hab keine Ahnung, aber bestimmt tolle und lustige Aufgaben, die wir täglich versuchen werden zu lösen. Aufregend, oder??!!! 😍😍

Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen und das nicht zu knapp.
Ihr seht, tooottttaaaaalllll geniale Preise dabei 😍😍


Ich bin natürlich auch dabei und freu mich schon riesig!!! Kommt und macht mit, habt Spaß und lernt viele neue Gesichter kennen 😘😘



(Rezension) Wenn gestern unser morgen wäre–Kristina Moninger

28. Juni 2017
Verlag: FeuerWerke Verlag
Seiten: 298
eBook
ASIN: B0731H6JXW
Das Cover ist einfach wunderschön!!!! Ich bin verliebt!! Die Farben sind sowieso total meins und das Glas mit den Schmetterlingen darin hat eine besondere Bedeutung für das Buch. Ich finde es einfach durch und durch schön! Perfekt.

Ich war total gespannt auf das Buch, nachdem ich das schöne Cover gesehen habe. Natürlich hatte ich gewisse Erwartungen, obwohl dies das erste Buch der Autorin ist, welches ich gelesen habe, aber wenn den Klappentext liest, spinnt man sich ja oft unwillkürlich schon seine eigene kleine Geschichte zusammen und bei dem Cover muss man das einfach.
Was ich dann allerdings gelesen habe, hat meine Erwartungen übertroffen.
Ich fing an zu lesen und schon nach wenigen Seiten hat mich das Buch gefangen genommen. Auch wenn es nicht sooo spannend anfing, ahnte ich sofort, dass irgendwas faul ist. Schnell habe ich gemerkt, was es ist und hätte Sara gerne da schon mal kräftig geschüttelt.
Nach der ersten Begegnung mit Matt, nahm dann alles seinen Lauf und ein Ereignis folg dem nächsten.
Als Sara dann eine zweite Chance bekam, hätte ich nicht damit gerechnet, dass sie so viel anders machen würde. Bis auf einen Sache natürlich!
Es liest sich locker und leicht und ich musste sehr oft lachen.

Ich habe ihn an den Locken erkannt oder an den Augen. Sind ja beide nicht weit voneinander entfernt. Seine Augen sind wirklich interessant.


Ich will alleine sein mit dem Kater im Kopf und ihn streicheln und ihm gleichzeitig den Hals herumdrehen.

Es gab viele tolle und witzige Szenen, aber zwischendurch war ich kurz versucht, mein Kindle zu schütteln und die beiden etwas zur Vernunft zu bringen. Als wenn das etwas gebracht hätte.
Die Geschichte ist einfach wundervoll, gefühlvoll, witzig und total spannend. Ich hab mich ständig gefragt wie, warum, wieso. Mit den Charas mitzuleben - was mir überhaupt nicht schwer viel, da sie toll beschrieben wurden und man sich sofort in sie hineinversetzen konnte - den Sarkasmus, der die Geschichte wunderbar auflockert, oder auch die kleinen Botschaften, die überall verstreut waren, waren einfach wunderbar.

Wonach bemisst sich Glück? Nach den großen Fragen um Geld, Erfolg und Sicherheit oder ist es vielmehr die Summe von kleinen, alltäglichen Dingen? Was macht glücklicher? Das Wissen um sichere Zuneigung oder die Ruhelosigkeit von Leidenschaft und Liebe?

Die Autorin hat ein paar Überraschungen parat und auch als ich dachte, nach ca. 2/3, jetzt kommt’s, jetzt ist es soweit, wurde mein ganzes zusammengesponnenes Szenario mit einem Mal wieder verworfen.
Eine, bzw. mehrere kleine Botschaften schwingen für mich darin auch mit. Man denkt oft, dass es vielleicht Fehler sind, die wir begehen, aber das Gegenteil ist manchmal der Fall. Sie sind notwendig, um bestimmte Dinge erst richtig begreifen zu können.
Auch sollte man sich nicht verstellen, nur um jemanden zu gefallen. Entweder man wird gemocht, wie man ist oder derjenige kann sich verziehen.

......... sondern mich in eine Zwangsjacke aus Pastelltönen und Kaschmir gesteckt hat. Eine sehr unbequeme Fassade, die eigentlich total unnötig ist und doch einen so wichtigen Zweck innehatte: Sie hat verborgen, wer unter ihr steckt. Dabei mag ich eigentlich, wie ich sein kann, wenn ich will. Wie ich bin, wenn ich nicht vorgebe, jemand zu sein, der perfekter ist als ich.

Man sollte auch aufpassen, welchen Rat man in bestimmten Situationen gibt. Nicht nur das sagt, was der andere hören wollen, sondern auch, wenn es demjenigen nicht passt, seine wirkliche Meinung kundtun.

Fazit: Eine wundervolle, aber durchaus auch lockere Geschichte, mit der ich nicht gerechnet hatte, die doch unter die Haut geht, zum Nachdenken anregt und die mich total überzeugt und gepackt hat! Mit viel Liebe und Herz.












"Was wäre, wenn ich eine zweite Chance bekäme? Eine, um alles wiedergutzumachen. Alles, was ich so unglaublich falsch gemacht habe. Was würde ich ändern, was wiederholen?"

Sara hat innerhalb weniger Tage so ziemlich jeden Fehler begangen, den sie begehen konnte. Mit scheinbar kleinen, aber ausschlaggebenden Entscheidungen hat sie in ihrem (Beziehungs-)Leben so eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die sie gerne wieder rückgängig machen würde.
Als sie inmitten dieses Chaos ausgerechnet Matt vors Auto läuft und wenig später im Krankenhaus aufwacht, ist plötzlich nichts wie zuvor. Die Uhren wurden zurückgedreht und all das, was in der Woche vor dem Unfall passiert ist, scheint ungeschehen.
Sara hat nun die unbezahlbare Möglichkeit, die wichtigsten Tage ihres Lebens noch einmal neu zu erleben. Um endlich alles richtig zu machen... Oder?!



Vielen Dank an dieser Stelle an die Kristina für das Vorableseexemplar.


 














































(Rezension) Hidden Hero: Maskierte Gefahr–Veronika Rothe

27. Juni 2017



Das Cover gefällt mir, wie schon das erste, sehr gut. Diesmal in einem dunklen Violett-Ton gehalten, mit dem Gesicht der Frau und der Stadt New Yorks passt es perfekt und hebt sich definitiv ab.
Was soll ich sagen?! Flash!!!
 Ich weiß, er heißt Hero. 😉

Ich konnte es ja kaum erwarten, Lilys und Chris‘ Geschichte endlich weiterlesen zu können und als sich das Vorableseexemplar in meinen Händen befand, war ich auch flucks, schon wieder durch. Sooo genial!!

Ich wollte gar nicht wissen, warum er ein Messerset mit sich rumschleppte. Als wäre er irgendein Vertreter und veranstaltete Messer- statt Tupper-Partys. Man sollte doch meinen, seine unzähligen Superkräfte würden reichen – aber nö. Man konnte ja sicherheitshalber einen halben Küchenschrank mit sich rumschleppen. Was kam als Nächstes? Knoblauchpressen, Käseplatten, Spätzlehobel?

Schon ab der ersten Seite musste ich lachen, denn diesmal hat sie jemand anders anfangs zu Wort gemeldet. War etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe und es war super.
Was hab ich Lily vermisst. Sie ist und bleibt ein ganz besonderer Charakter, dem ich nie müde werden werde, zuzuhören und zu lauschen.

Ich muss es noch einmal erwähnen: Der Schreibstil ist klasse. Der Erzählstil ist einfach super. Dass Lily direkt mit mir spricht! So wurde ich sofort in die Geschichte gezogen, was ich natürlich sehr willig zugelassen habe, aber dadurch fühlt man sich Lily noch näher.
Wir wissen ja, dass die beiden nun ein Paar sind, aber Lily ist und bleibt Lily. Wie immer ist sie sehr charmant, nett, höflich, zuvorkommend und wird von allen geliebt – Sarkasmus off. Sie ist echt der Knaller und Chris ist wirklich ein Mann, der fast immer das Richtige tut. Ja fast. Aber was das sein könnte, werde ich nicht verraten.

Der K.o . des Mannes führt über seinen Johannes. Mein Motto und so . Ihr wisst schon.

Aber nun zur Handlung. Die Geschichte hat ja mit einem Cliff im ersten Teil geendet und geht hier fast direkt und genauso spannend weiter, wenn nicht sogar noch spannender. Oft bin ich mir vorgekommen, als säße ich auf glühenden Kohlen und hätte gerne dem einen oder andren, oder auch der Autorin selbst, mit der Pfanne eines übergebraten. Ich hab geschimpft wie ein Rohrspatz (hatte ja ein gutes Vorbild) und war gespannt wie ein Bogen bis zum Anschlag, denn hier geht wieder mal die Post ab und Veronika hält einige Überraschungen bereit. Einzig und allein das Ende hatte ich erahnt. Ansonsten nichts. Ich war echt oft sowas von baff.  Lily nämlich das Talent, nicht nachzudenken, einfach zu handeln und sich dann, erst in brisanten Situationen zu fragen, wie sie da wieder raus kommt.
Wenn deine Träume einmal in tausend kleine Splitter zerfallen, kommst du vielleicht irgendwann halbwegs darüber hinweg – aber ein zweites Mal überlebst du das nicht. Ich zumindest nicht.
Mit einem leicht ängstlichen Gefühl, was im nächsten Teil noch so alles passieren wird, freue ich mich schon auf die Fortsetzung und kann‘s kaum erwarten. Am liebsten würde ich es ja sofort lesen, denn Veronika schafft es, dass man sich voll und ganz in das Buch hineinlebt und das nur nach wenigen Zeilen. Mit ihrem locker leichten Schreibstil, dem Talent, alles Wirklichkeit werden zu lassen. hat mich dieses Buch ebenfalls so gepackt, wie der Vorgänger.

Fazit: Eine geniale Fortsetzung. Liebe, Mut, Action, Spannung, Superhelden. Mich hat es voll und ganz überzeugt und wieder ein Stück mehr zum Superhelden-Fangirl mutieren lässt.



Verlag: Dark Diamonds
Seiten: 361
eBook


Band 2 der begeisternden Superhelden-Reihe »Hidden Hero«

**Wer braucht schon Superkräfte, um ein Held zu sein?**  

Es herrscht Chaos in der Welt der Superhelden, New York versinkt in Gewalt und Terror und Lily Evans ist – noch immer nur ein Blumenmädchen ohne richtige Superkräfte. Doch ihre Liebe zu Hero, dem stärksten und bestaussehenden aller Superhelden, weckt ungeahnte Fähigkeiten in ihr. Und die hat sie auch bitter nötig angesichts des Feindes, der näher zu sein scheint, als sie denkt ...

Mit Charme und Humor entführt Veronika Rothe die Leser in ihre ganz eigene Welt der Superhelden, in der nicht alles Gold ist, was glänzt. Veronika Rothe kombiniert große Gefühle und dramatische Wendungen, sie überrascht mit einer außergewöhnlichen Heldin, die den Mut besitzt, ihrem Herzen zu folgen.





































BuchBloggerBox

25. Juni 2017
Hallo meine Lieben 💕

Die BuchBloggerBox Juni, ähh nein, Juli 😊, von Manu's Bücherwelt ist bei mir eingetrudelt und ich hab sooo viele tolle Bücher bekommen 💞💞

Diesmal hab ich mir aber etwas anderes überlegt. Anstatt hier haufenweise Bilder reinzuposten, hab ich euch ein kleines Video gemacht.😊
Einfach nur angucken und nix lesen 😜😊


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(Qualität ist leider nicht die beste, aber mein Handy, wo ich das sonst immer mache, ist leider gerade bei der Reparatur 🙈🙈)


Ein großes Dankeschön an Manu und auch an all die Autoren, die zur Bücherbox beigesteuer haben.
Ich freu mich schon wahnsinnig auf die Bücher und was wir daraus machen werden.




Für diejenigen, die vom Handy aus gucken (Video ist ja wegen Adobe nur am Pc möglich) hier die Bilder 😊







Habt noch einen schönen Tag 😘😘


Protagonisteninterview Julie Warass

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Hallo meine Lieben 💕

Wir sind heute leider schon am letzten Tag unserer Blogtour '99 Tage mit Julie' angekommen. Die Zeit vergeht immer wie im Flug, aber ich hab noch was Tolles für euch 😍

Ich habe nicht nur Paul interviewt, sondern auch Julie.
Auch das Gespräch mit Julie war sehrt nett und ich hab sie sofort ins Herz geschlossen. Über was wir geplaudert haben, fragt ihr euch?😉

Das werde ich euch nun zeigen.
Viel Spaß 😘😘



Da ich ja schon in der ‚Hütte‘, die überhaupt nicht als solches bezeichnet werden kann, bin, wo ich mich gerade doch sehr nett mit Paul unterhalten habe, habe ich es nicht mehr weit. Ich muss nur noch den restlichen Berg hinauf zu dieser Käse-Alm, in der Julie schon auf mich wartet.

Zuerst wollte ich ja beide Zusammen interviewen, aber ich finde die Sicht aus beiden Perspektiven zu erfahren, auch sehr spannend und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, sie getrennt voneinander zu befragen.
Dennis wartet, wie versprochen, schon draußen auf mich. Als er mich sieht lächelt er sofort wieder und versprüht damit seinen ‚Unschuldiger-Junge ’Charme. Wieder öffnet er mir die Tür und als wir los fahren, versucht er mich diskret über das Interview auszuquetschen, aber ich erzähle ihm nur so viel, dass seine Neugierde noch größer wird. Ja, das kann ich gut. Es dauert nicht lange und wir sind auch schon oben angekommen. Ich bedanke mich bei ihm und steige diesmal alleine aus. Ich bin ja hier nicht auf einem Date, dass er mir ständig die Tür aufhalten muss. Ein wenig schmeichelt es mir trotzdem.
Allgaeu-Startbild-ShutterstockVor der Tür entdecke ich Julie, die ihr Gesicht in die Sonne hält und ihre Augen geschlossen hat. Ich gehe auf sie zu und bleibe direkt vor ihr stehen, sodass mein Körper einen Schatten auf sie wirft und sie ihre Lider öffnet. „Hallo Julie“, sage ich lächelnd.
„Pat. Ich war schon wieder am Einschlafen. Passiert mir hier dauernd.“ Julie richtet sich auf und lacht, und sofort hat sie mich für sich eingenommen. „Schön, dich kennenzulernen.“
„Gleichfalls.“ Ich nehme neben ihr Platz.
„Hast du Lust auf Käse? Die machen hier den besten, den ich je gegessen habe.“ Sie zeigt völlig überflüssigerweise auf die Platte, die vor ihr steht.
Ich nicke und schaue mich um. Die Landschaft ist einfach traumhaft.
„Schön hier, was? Leider haben wir kaum was gesehen, außer unseren vier Wänden. Nun ja, wir waren ja auch zum Arbeiten hier.“
„Ich weiß nicht, ob ich mich hier auf die Arbeit konzentrieren könnte.“ Das ist mir rausgerutscht, aber Julie grinst.
„Es war gar nicht so schwer. Erstens hat es die meiste Zeit geregnet, und zweitens wollten wir beide das Projekt möglichst schnell abschließen.“ Sie errötet leicht.
„Ich hätte eher vermutet, dass ihr es ein wenig hinauszögern würdet.“ Mist. Ich fürchte, ich stehe noch unter Pauls Einfluss, das zu sagen, was ich wirklich denke, und nicht das, was ich sagen soll.
„Bestimmt nicht. Es ist ohne Frage sehr komfortabel, aber das alleine ist nicht alles.“ Sie sieht einen Moment hinunter ins Tal. Als sie den Blick wieder mir zuwendet, sieht sie anders aus. Konzentrierter.
„Und unter uns, ein Buch, das muss fließen. Wenn man zu lange daran herumschreibt, kommt in der Regel nichts dabei raus. Das ist zumindest meine Erfahrung. Die Geschichte muss aus dir raus sprudeln, dann ist sie flüssig und stimmig. Es wäre also nicht gut, wenn wir hier Monate gebraucht hätten.“

unsere-beruhmte-kaseplatte„Bei euch scheint es gesprudelt zu sein. Ist es nicht schwierig, zu zweit im gleichen Tempo zu arbeiten?“
„Schwierig?“ Julie lacht schon wieder. „Schwierig ist noch untertrieben. Wir brauchten eine Weile, um uns an die Arbeitsweise des anderen zu gewöhnen. Aber letztendlich hat es geklappt.“
"Mir wäre da sicher auch etwas Anderes eingefallen, um die Regentage gut zu füllen. Und ich meine nicht die Arbeit." Ich sehe Julie verschwörerisch an. "Ich meine, wenn ich mir Paul so ansehe. Er ist ja ein sehr attraktiver Mann und Charme hat er definitiv!“ Mein Kopfkino springt sofort an und ich versuche mit einem Kopfschütteln meine nicht jugendfreien Gedanken zu vertreiben.
Auch Julie scheint mit dem Kopfkino zu kämpfen, denn sie errötet prompt. „Paul ist ganz sicher ein sehr charmanter Mann, wenn er will. Und ja, ganz attraktiv, wenn man auf diesen Typ Mann steht. Aber wir waren ja als Partner hier, also, als Schreibpartner, nichts anderes. Ich meine, wir sind Profis, und als solche ist es dir egal, wie jemand aussieht. Oder riecht. Oder ob er Sachen sagt, die dir eine Gänsehaut machen. Oder dich abends um den Schlaf bringen. Nein, wir sind nur Kollegen.“ Sie räuspert sich, dann grinst sie plötzlich. „Ganz unter uns: Paul hat so etwas, das mich immer wieder zur Weißglut treibt. Ich meine, er scheint genau zu wissen, was er sagen muss, damit ich mich aufrege. Aber inzwischen habe ich ein wenig Übung darin, ihn auch mal aus der Reserve zu locken.“ Sie sieht plötzlich aus wie ein kleiner Kobold, und ihre Wangen beginnen zu glühen. „Nicht das es wichtig wäre. Wie gesagt, wir sind ja nur Kollegen.“
Ich muss auch grinsen. Dieses Ausdruck habe ich schon auf den Gesichtern von vielen Freundinnen gesehen, die ebenso ernsthaft versicherten, dass sie nur Freunde wären. Aber ich kann Julie verstehen. Und ich beschließe spontan, sie zu erlösen, denn sie hat mir schon genug verraten, ohne es zu wollen.
"Dennis ist ja auch ein Schnuckelchen. Hatte er gar keinen Reiz auf dich?", frage ich Julie und nehme mir gleichzeitig etwas von dem Käse, welchen ich mir in den Mund schiebe und genüsslich die Augen schließe. "Der ist wirklich hervorragend. Ich sollte mir etwas einpacken lassen."
„Käse oder Dennis? Einpacken, meine ich?“ Jetzt kichert sie wieder. „Also zu Dennis kann ich nur sagen: du solltest ihn mal in einem nassen Shirt sehen. Wir hatten hier ja diesen Dauerregen, und er stand ständig völlig durchnässt vor unserer Tür. Das waren ganz eindeutig die Lichtblicke der ersten Tage.“ Sie räuspert sich. „Und natürlich ist er auch furchtbar nett. Sehr charmant und so. Ich muss zugeben, sein Charme und seine Aufmerksamkeiten haben mich nicht ganz kalt gelassen. Und er war wirklich fürsorglich. Das mag ich sehr bei einem Mann. Nicht immer nur diese Macho-Masche, weißt du, was ich meine?“
Ich nicke langsam. „Ja, ich glaube, ich verstehe völlig, was du meinst. Dennis scheint so unbeschwert, man kann sich gar nicht vorstellen, dass er schlechte Laune hat.“
„Genau das meine ich. Es ist einfach mit ihm. Er ist nicht kompliziert. Und so jung.“ Wieder lacht sie. „Er ist in diesem Alter, in dem man noch denkt, die ganze Welt gehört dir, oder kann dir gehören, du musst sie dir nur nehmen. Aber auf eine unbeschwerte Art. Das ist sehr anziehend ...“

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Einen Moment schweigen wir beide und denken wahrscheinlich auch das Gleiche. „Ich sollte dich beneiden.“ Ich sehe Julie an. „Mit diesen beiden Männern, du hattest bestimmt die Zeit deines Lebens.“
„Glaub mir, nicht nur. Ich hatte auch genug Momente, in denen ich mich fragte, ob sich das alles lohnt. Aber dann habe ich darüber nachgedacht, welche Chance sich mir bietet, und beschlossen, durchzuhalten. Und es hat sich definitiv gelohnt.“ Sie greift nach einem Bleistift und beginnt, ihn in den Fingern zu drehen. Der Bleistift sieht aus, als gehöre er einem Schulkind, mit einem zerkauten Ende. Ganz langsam bewegt sich der Stift auf ihren Mund zu, und sie beginnt, noch mehr Kauspuren darauf zu hinterlassen. Dann hört sie auf zu kauen, aber der Bleistift ist noch immer in ihrem Mund. Ich beobachte fasziniert, was Julie mit einem unschuldigen Stift alles anstellt, ohne es zu bemerken.
„Ich meine, ein Vertrag. Übersetzungen, gerade auch im englischsprachigen Raum. Das ist eine Riesenchance. Dafür nimmt man auch ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf.“ Sie sieht mich an, und ich verziehe mein Gesicht.
„Ziemlich heiße Unannehmlichkeiten, wenn ich das so sagen darf.“
„Hm.“ Wieder räuspert sie sich. Dann legt sie langsam den Stift zur Seite.
„Ist das deine Methode, dich zu konzentrieren?“ Ich zeige auf das Schreibgerät. „Stifte zerkauen und so?“
„Ich fürchte ja. Und weißt du was? Das war mir nie klar. Ich habe es einfach gemacht, ohne es zu bemerken. Erst Paul hat mich darauf aufmerksam gemacht. Er hat sie vor mir versteckt.“ Sie klingt fast empört.
Ich überlege kurz. Wenn Julie auf genau die Art auf dem Stift rumgekaut hat, wenn sie alleine mit ihm auf dieser Hütte saß, eingeschlossen durch die Einsamkeit und den Regen, dann wundert es mich nicht, dass er das gemacht hat. Sogar mein Kopfkino ist angesprungen, wie ist das dann erst bei einem Mann?
„Nun ja, vielleicht hat es ihn nervös gemacht.“ Ich grinse, und Julie errötet schon wieder.
„Nervös? Ein Bleistift?“
Ich nehme mir das letzte Stück Käse und belasse es dabei. Das soll ihr mal lieber ein anderer erklären. Paul zum Beispiel.
Ich bestelle mir eine Käseplatte zum Mitnehmen und während ich darauf warte, habe ich noch eine Frage, die mir schon seit Anfang unseres Gespräches im Kopf rum schwirrt. „Ich hätte noch eine letzte Frage an dich. Wenn du etwas anders machen könntest während der Zeit mit Paul in der Hütte, was wäre das?“ Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, denn es könnten mehrere Dinge sein oder auch nichts.
„Etwas anderes?“ Julie sieht mich überrascht an. „Ich verstehe nicht ganz, was du meinst? Stricken? Kochen?“ Sie lacht unsicher. „Oder meinst du …?“ Sie wird rot und greift wieder nach ihrem Bleistift.

allgau-5„Irgend etwas anderes.“ Ich versuche, nicht auf den Bleistift zu sehen. „Stell dir vor, diese Zeit hier wäre wirklich abseits des normalen Lebens. Nur du und er und die Hütte. So eine Art Luftblase, die zerplatzt und verschwindet, sobald ihr wieder wegfahrt.“
„Oh.“ Julie starrt einen Moment durch mich hindurch. „Du meinst, man könnte alles tun, ohne dass es Konsequenzen hat? Ich könnte ihn umbringen, weil er mich zur Weißglut treibt, oder aber ...“
„So ähnlich. Du könntest natürlich einfach auch stricken.“ Ich muss zugeben, damit hatte ich nicht gerechnet, und plötzlich habe ich etwas Angst vor ihrer Antwort.
„Ich könnte also Dennis nachgeben? Ich könnte eine eigene Liste anfangen?“
„Nun, ja.“
„Und ich könnte einfach sagen, Paul ist schon ein ganz netter Kerl, und es wäre eine Schande, die ganzen Felle und Kaminfeuer und Kissen und so zu vergeuden?“
„Ähem … Ja.“
„Und einfach ausprobieren, ob Paul wirklich so cool ist, wenn ich, sagen wir, ein wenig entspannter wäre? Und ob er mich wirklich für so eine verklemmte Schriftstellerin hält, die nur einen einzigen Mann hatte?“
„Ich glaube nicht, dass er dich für verklemmt hält ...“
„Ich könnte also die ganze Jamie und Lena-Sache sozusagen hautnah recherchieren? Mir keine Gedanken um Morgen machen und einfach ein wenig Spaß mit ihm haben?“
„Ja. Würdest du das wollen?“ Ich halte automatisch den Atem an.
Wieder starrt Julie einen Moment vor sich hin. Dann sieht sie mich an und lächelt. „Nein. Nein, ich würde nichts davon tun. Weil es nicht zu mir passt. Weil ich eben nicht so bin. Ich kann das nicht, und ich will es gar nicht können. Die Antwort auf deine Frage ist, das einzige, was ich wirklich hier auf der Hütte tun wollte war, ein gutes Buch schreiben. Und das haben wir gemacht. Wir sind zu einem Team geworden, und manchmal fast zu Freunden.“
Ihr Lächeln ist jetzt so süß, dass ich sie am liebsten in den Arm nehmen würde, und ich verstehe, was sie sagen will. Das ist Julie, und das ist ihre Magie, ihr Zauber, den nicht nur ich wahrnehme, da bin ich mir sicher.





Julie ist eine tolle Person oder? Man muss sie einfach gern haben. Aber ich bin ja gespannt, was mich in einem Jahr erwarten wird und ob Paul sie bis dahin auf ihren Bleistift angesprochen hat 😉
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe euch auch.




Links:

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Autorin:
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(Rezension) 99 Tage mit Julie–Franziska Erhard

24. Juni 2017


Autor: Franzsika Erhard
Verlag: SP
Seiten: 307
eBook/TB
ASIN: B06Y2ZW7LM
ISBN-10: 152090939X
ISBN-13: 978-1520909394
Das Cover finde ich sehr schön. Es ist einfach, aber es hat definitiv was.
Ein Hingucker auf jeden Fall.

Ich war schon sehr gespannt, was mich in diesem Buch erwarten wird, denn der KT klang schon mal sehr vielversprechend.

Julie ist ein sehr interessanter Charakter. Eine Schriftstellerin, die geschieden wurde und sich seitdem kaum für die Männerwelt interessiert. Sie verkriecht sich eher zuhause, anstatt das Leben zu genießen, wie Paul es sagen würde. Bis besagter in ihr Leben tritt. Die beiden sollen einen Krimi zusammen schreiben, jedoch ahnt Julie nicht den Grund dafür. Julie und Paul werden quasi zusammengesperrt und Paul ist wirklich ein richtig arroganter, selbstgefälliger Mistkerl. Und trotzdem ist Julie fasziniert von ihm. Sie ist wirklich eine kleine Kämpferin, denn was in der Hütte so alles passiert!! Ich hätte denke ich, da schon lange aufgegeben. Sie nicht.

Schon nach wenigen Seiten war ich darin versunken und wollte nicht mehr aufhören. Hatte es auch Ruck Zuck durch. Es ist eine aufregende Geschichte, vor allem die Entwicklung der beiden Charas war toll. Jeder der beiden wollte seinen Willen durchsetzen und es wurde mehr als nur amüsant. Dazu kommt noch der gute Schreibstil, locker und flüssig mit viel Witz. Ich habe sehr viel gelacht und oft meinen Kopf geschüttelt. Es wird nie langweilig, denn Julie und Paul liefern immer genug Stoff.
Den Perspektivenwechsel fand ich sehr gut, denn ich war immer sehr gespannt, was der andere dachte, machte oder vorhatte.

Das Ende war soooo süß und auch wenn ich es insgeheim erwartet habe, hatte ich nicht damit gerechnet, wie es passiert. Wundervoll!

Fazit: Eine sehr gelungene, leichte und unterhaltsame Geschichte, mit tollen Charakteren und natürlich dreht es sich nicht nur zwischen den Zeilen um die Liebe.





Julie ist Autorin beim renommierten Lewien-Verlag. Als sie zum Chef persönlich bestellt wird, weil eine neue große Buchreihe mit ihr geplant ist, glaubt sie sich am Ziel ihrer Wünsche. Allerdings wartet eine Überraschung auf sie, auf die sie gerne verzichtet hätte. Sie soll die neue Buchreihe mit einem Co-Autor schreiben. Ausgerechnet Paul wird ihr Partner sein, dieser arrogante und zugegebenermaßen recht heiße Kerl, vom dem es kein einziges Buch gibt ‒ und der alles andere als motiviert ist.
Um das Projekt dennoch voranzubringen, werden Paul und sie auf eine luxuriöse, einsame Berghütte im Allgäu verfrachtet. In der Abgeschiedenheit beginnen die beiden zwar mit der Arbeit, aber das birgt unerwartete Risiken. Deshalb entwickelt Julie einen Plan B, für alle Fälle. Und auch Paul beginnt ein Spiel, das bald außer Kontrolle gerät …











Protagonisteninterview Paul Blasberg




Hallo meine Lieben!

Ihr habt in dieser Woche ja schon einige tolle Beiträge lesen können und heute bin ich auch an der Reihe und kann meinen Beitrag zur Blogtour '99 Tage mit Julie' von Franziska Erhard beisteuern.

Ich hab mich daher vor geraumer Zeit mit dem Autor, Bestsellerautor, Paul Blasberg getroffen und habe ihm ein paar Fragen stellen dürfen. Wo und welche, werdet ihr gleich sehen. Ich kann nur so viel dazu sagen: Mir war mehr als nur einmal heiß 😉

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß 😘



19141936_439549016402915_1308910612_n_thumb[2]Ich werde direkt vom Flughafen abgeholt, von Dennis. Das freut mich aber, denn ich hab ja schon ein wenig von ihm gehört. Er sieht sehr schnuckelig aus und als er mich beg
rüßt, kann ich nur grinsen. Er hievt mein Gepäck in den Kofferraum – ja, ich habe natürlich mehr mitgenommen als ich tatsächlich benötige - er hält mir die Beifahrertür auf und ich steige ein. Er läuft auf die andere Seite und tut es mir gleich. Als wir losfahren fängt er auch schon ein Gespräch an und die ganze Fahrt über unterhalten wir uns. Wir lachen auch viel und die Zeit vergeht wie im Flug, obwohl es ein doch sehr weites Stück ist. Er fährt direkt am Hotel vorbei, biegt an einer kleinen Abzweigung auf einen sehr schmalen Weg ein. Als wir bei der Hütte, irgendwo im Allgäu, ankommen parkt Dennis direkt vor den Stufen, springt dann aus dem Auto und öffnet mir ganz Gentlemanlike die Tür und reicht mir sogar die Hand. Ich trage zwar keine Pumps oder sonstige Schuhe mit hohen Absätzen, reiche ihm aber trotzdem meine Hand.
„Danke“ , sage ich mit einem Lächeln im Gesicht und steige aus.
„Ich werde in 2 Stunden wieder hier sein, wenn das für dich in Ordnung ist“, sagt er und ich nicke. Dann geht er wieder um den Wagen rum und fährt los. Ich drehe mich mit einem Schmunzeln um und schüttle leicht meinen Kopf, ehe ich zur Tür gehe und drei Mal laut klopfe.
Meine Tasche halte ich mit der rechten Hand fest und meine linke habe ich fest um meine Laptoptasche geklammert. Ich muss zugeben, ich bin wirklich nervös. Jetzt habe ich doch schon einige Interviews geführt, aber dieses Lampenfieber wird wohl nie weggehen. Obwohl es ja doch eine kleine Ehre ist, dass ich einen Mitarbeiter des Lewien-Verlages interviewen darf. Und Paul soll dazu ja auch noch ziemlich gut aussehen. Ich bin gespannt. Dann geht die Tür auf und er steht vor mir. Ich setzte mein bestes Lächeln auf, lasse meine Tasche an meiner Schulter los und strecke ihm meine Hand entgegen. „Hallo.“ Meine Augen werden etwas größer, als er nun so vor mir steht.

19141406_439549023069581_1077338094_n_thumb[4]„Pat, wie schön.“ Seine Stimme klingt ein ganz klein wenig rau. Ich grinse, und bemerke zu spät, dass mir meine Tasche von der Schulter gleitet. Paul greift beherzt zu, aber es ist zu spät, und seine Hand streift meinen Arm. Hatte ich vorher gesagt, es wäre kalt hier? Oh nein, ganz sicher nicht. Mit einem umwerfenden Grinsen tritt Paul einen Schritt zurück und weist mir mit einer Hand den Weg hinein. Mit meiner Tasche wieder fest im Griff betrete ich die Hütte und konzentriere mich auf die Fragen, die ich vorbereitet habe.
„Paul, Sie werden ja als neuer Bestsellerautor gehandelt, obwohl das Buch noch nicht erschienen ist. Setzt Sie das sehr unter Druck?“
„Natürlich. Wen würde so etwas nicht nervös machen?“ Sein Lächeln schwächt sich deutlich ab, was meiner Nervosität nicht gerade hilft.
„Okay, klar. Aber der Verlag scheint fest an Sie zu glauben. Und die ersten Auszüge aus dem Buch, die exklusiv an die Presse gingen, waren ja auch sehr vielversprechend.“
„Vielversprechend? Danke für dieses Lob.“ Nun zieht er auch noch eine Augenbraue spöttisch in die Höhe, und ich suche Hilfe bei meinen Notizen.
„Ähem, Paul, Sie und Julie … Das scheint eine tolle Kombination zu sein, in literarischer Hinsicht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?“
„Der Verlag wollte ein Autorenduo, und ihre Arbeiten sagten mir am Meisten zu.“ Hilfe, jetzt sieht er auch noch gelangweilt aus.
„Und Julie scheint eine tolle Frau zu sein.“
„Das scheinen Sie auch, Pat. Ich mag ihre Haarfarbe, und wissen Sie, was ich dachte, als Sie da eben an der Tür standen?“
„Nein ...“ Ich streiche mir verlegen über die Haare und schlage die Augen nieder. Es ist nicht leicht, den Blick dieses Mannes zu erwidern, wenn er so wie jetzt ist.
„Ich dachte, diese Frau ist anders. Die traut sich zu fragen, was sie wirklich wissen will. Und nicht nur nachzukauen, was mich schon so viele vor ihr gefragt haben.“
Ich brauche einen Moment, bis ich verstehe, was er da gesagt hat. Okay, denke ich. Okay, dann kommen wir zu den anderen Fragen. Langsam falte ich meine Notizen zusammen und stecke sie weg.

19114811_439549029736247_323408589_n_thumb[2]
„Du… ähhh ich meine Sie, wirken auf den ersten Blick sehr arrogant, durchaus selbstbewusst, als würden Sie alles bekommen, was Sie wollen. Gibt es einen Grund für dieses Auftreten? Oder ist das eher ein Hülle, um den wahren Kern zu verstecken?“ So, jetzt ist es raus. Ich kann ihm nicht direkt in die Augen sehen, weil ich nicht weiß, wie er jetzt darauf reagieren wird, daher sehe ich auf einen Punkt direkt darüber. Es ist ja doch eine sehr, nun ja, direkte und vielleicht auch etwas unpassende Frage, aber er hat es so gewollt!
Zu meiner Überraschung höre ich plötzlich, wie er lacht. Ein feines, leises Lachen, das mich zwingt, ihn jetzt doch anzusehen.
„Ich wusste es, dass du anders bist. Ich mag ehrliche, offene Menschen. Leider gibt es davon viel zu wenige, zumindest in meinem Leben. Deshalb ist es manchmal einfacher, nicht zu viel preiszugeben. Es gibt Dinge in meinem Leben, die ich mit niemandem teile. Persönliche Dinge, die niemanden etwas angehen. Und meiner Erfahrung nach fragt auch keiner danach, wenn man nur selbstbewusst und manchmal auch arrogant genug auftritt. Noch vor ein paar Wochen hätte ich gesagt, das bin ich. Lebe damit oder verschwinde. Inzwischen weiß ich selbst nicht mehr genau, wer der echte Paul ist. Vielleicht solltest du mir diese Frage in ein paar Monaten noch einmal stellen.“
Ich nicke und spüre eine unglaubliche Energie. Und ein Kribbeln, das mich noch mutiger macht. Das Eis ist gebrochen, und ich entspanne mich.
„Auf einer Skala von eins bis zehn, wie schlimm war es, hierher geschickt zu werden? Als Team?“
„Elf.“ Er lacht leise.
„Und inzwischen? Immer noch elf?“
Seine Augen blitzen kurz auf. „Nein. Inzwischen würde ich sagen, wir sind bei einer zwei. Ich zumindest.“
„Und das liegt daran, dass ihr beide euch so gut ergänzt?“
Wieder lacht er. „Unter anderem.“

19191180_439549019736248_428731287_n_thumb[6]„Nächste Frage: Wie viel Paul steckt wirklich in Jamie Brent?“
„Wirklich? Das ist neu. Du denkst also, dass es weniger Parallelen gibt als man gemeinhin denkt?“
Diesmal schaffe ich es, den Augenkontakt zu halten. „Nun, alles andere wäre zu einfach, oder?“
Er nickt langsam. „Ja, das wäre zu einfach. Paul denkt mehr nach als Jamie. Und er weiß mehr zu schätzen, was er an anderen Menschen hat.“
„An seiner Mitautorin?“
„Julie hat eine Begeisterung, der man sich schwer entziehen kann. Und ich schätze ihre Arbeit sehr. Ich habe viel von ihr gelernt.“
„Nur in schriftstellerischer Hinsicht? Oder auch so?“
„In jeder Hinsicht.“ Wieder grinst er, und ich brauche einen Moment, bis ich die nächste Frage stellen kann.
„Ihr wurdet hier ja wirklich sehr luxuriös untergebracht, mit Dennis als persönlichem Betreuer. Ist so eine Umgebung hilfreich für die Arbeit oder stehst du kurz vor dem Hüttenkoller?“
„Tatsächlich war diese Umgebung für uns sehr … inspirierend. Einige Szenen sind wohl nur entstanden, weil wir hier waren.“ Er sieht aus dem Fenster und lächelt. „Aber Dennis … nun, er hat uns mit Essen versorgt, von daher war er wohl von Nutzen.“ Seine Stimme lässt mich ahnen, dass dieses Thema nicht zu seinen Favoriten gehört.
„Du bist ja überzeugter Single gewesen, oder bist es noch immer. War die Liebe nie ein Thema?“ Gespannt sehe ich ihn, beiße mir leicht auf die Unterlippe und klimpere wahrscheinlich etwas zu viel mit meinen Augen.
„Meine liebe Pat, noch vor kurzem hätte ich diese Frage als Aufforderung verstanden, dir zu zeigen, was ich von der wahren Liebe halte ...“ Seine Augen scheinen mich einen Moment zu verbrennen. Dann ist es zu meiner Überraschung er, der den Blickkontakt unterbricht und auf seine Hände starrt.
19142000_439549059736244_1412974539_n_thumb[2]„Aber du warst mutig genug, mich das zu fragen, und deshalb werde ich ehrlich sein. Tief in meinem Herzen glaube ich fest daran, dass ich irgendwann auf die Richtige treffe. Und dann werde ich alles tun, um sie davon zu überzeugen, dass auch ich der Richtige für sie bin.“
Ich nicke schon wieder, denn ich spüre, dass jetzt endlich der echte Paul vor mir sitzt, und nichts, was ich sagen könnte, würde diesem Augenblick gerecht werden. Er scheint es auch zu spüren, denn er steht auf, und ich erhebe mich ebenfalls.
„Danke, Pat. Es war nett, mit dir zu plaudern.“ Er reicht mir die Hand, und ich ergreife sie. Ein angenehm fester Händedruck, der gerne länger dauern dürfte.
An der Tür drehe ich mich noch einmal um. „Eine letzte Frage noch?“ Ich wage kaum zu atmen, und ich muss schnell sein, sonst verlässt mich wieder der Mut.
„Gut.“
„Was ist dran an dieser Sache, die unter der Hand die Runde macht? Mister Einhundert Frauen?“
Er sieht mich einen Moment an, dann lacht er. Und plötzlich denke ich, es muss stimmen. Für diesen Mann wäre es ein Leichtes, auf diese Zahl zu kommen.
„Ich wusste, du bist was Besonderes. Das hat mich wirklich noch niemand gefragt.“
„Und?“
„Ich habe nicht mitgezählt. Aber ich hatte meine wilde Zeit.“
„Hatte?“
„Ja, hatte. Dieses Buch war ein Wendepunkt, in vielen Bereichen. In Zukunft werde ich meine Zeit anderen Dingen widmen.“
„Also bleibt es bei einhundert?“ Ich weiß nicht, woher ich den Mut habe, ihn das zu fragen, aber er scheint es mir nicht übel zu nehmen.
Sein Lächeln ist einfach unwiderstehlich. „Fast. Ich hätte nie geglaubt, dass ich das einmal sagen werde, aber ich denke, es wird nur noch eine dazukommen.“
Einen Moment beneide ich sie fast, die eine, die noch dazukommen wird. Noch einmal lächelt Paul, dann blickt er hinüber zur Zufahrt.

19198268_439549026402914_869320560_n_thumb[2]„Ah, Dennis ist da. Perfektes Timing, wie immer. Danke, dass du extra hier hoch gekommen bist, Pat. Es war mir eine echte Freude, dich kennenzulernen.“
„Ganz meinerseits.“ Ich lasse mir von Dennis ins Auto helfen und hebe noch einmal grüßend die Hand, als der Wagen wendet. Paul winkt lässig zurück und geht dann mit schnellen Schritten in die Hütte. Ich atme tief durch und grinse zufrieden. Für dieses Interview wäre ich sogar zu Fuß hier hoch marschiert, auch wenn er das nicht wissen muss.




Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr seid nicht genau so Paul verfallen, wie ich Winking smile
Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ihr dürft euch freuen, wo Dennis mich nun hinbringen wird Smile



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